Sachverständigenbüro für Holz- und Feuchteschäden
Dipl.-Ing. (FH) Detlef Krause
Von der Handwerkskammer Ostmecklenburg–Vorpommern öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger
für das Holz- und Bautenschutzgewerbe

 Schäden an Holzbauteilen der Dachtragwerke von Behältern in Biogasanlagen

In den vergangenen 3 Jahren wurden durch mich Schäden an mehreren Holzdächern von Fermentern/Nachgärern/Gärrestelager von Biogasanlagen nach einer Standzeit von einigen Monaten bis ca. 9 Jahren untersucht. Diese Schäden führten zu einem teilweisen bzw. völligem Einsturz des Daches, verbunden mit Folgeschäden an Rührwerken etc..

Die Untersuchungen wurden wissenschaftlich begleitet bzw. ergänzt durch Hochschule Wismar, Frau Prof. Dr. rer. nat. Claudia von Laar und die Fa. MICOR, Labor für mikrobielle Prozesse und Materialkunde, Frau Dr. Constanze Messal.

Zur Erläuterung:
Die unter den grünen/grauen Gasspeicherfolien oder Wetterschutzhauben der Behälter befindlichen Dachkonstruktionen bestehen i.d.R. - wie bei einem runden, flach geneigtem Turmdach - aus sternförmig angeordneten Sparren, die zwischen dem Behälterrand und einer Mittelstütze liegen.
Dieses Konstruktion dient zum Auffangen der Folien bei deren Aufbau und Reparatur, zum Begehen des Behälters bei Austausch von Rührwerken etc. und vor allem als Besiedlungsfläche für die sog. Thiobakterien.
Diese Thiobakterien sollen den bei der Methanproduktion zwangsläufig entstehenden Schwefelwasserstoff zu Schwefel und Wasser umwandeln, da der Schwefelwasserstoff auf Grund seiner korrosiven Wirkung auf Metall/Beton enfernt werden muss.

Der Nachteil dieser sog. internen Entschwefelung ist, das hierbei auch Schwefelsäure entsteht.
Diese Säuren können durch Diffusion die Holzbauteile vollständig durchdringen und die Holzstruktur bis zu deren Versagen schädigen.
Möglich wird dies durch eine extrem hohe relative Holzfeuchte von bis zu 180 %.
Weiterführende Informationen in den u.g. Publikationen.

Es stellte sich heraus, dass die Zusammenhänge des Schadensmechanismus im Holz unter dem Einfluss aggressiver Medien und dieser hohen Holzfeuchte sehr komplex sind.
Die Untersuchung, insbesondere die Ermittlung der chemischen und physikalischen Zusammenhänge bei der Holzzerstörung, stehen quasi noch am Anfang und haben sich als sehr kompliziert heraus gestellt.

Trotzdem wurden durch die bisherigen Untersuchungen wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Diese Erkenntnisse sind z.T. bereits veröffentlicht worden.

Nachfolgend eine Auflistung der bisherigen Publikationen, die z.T. mit einem Link zu betreffenden Artikel hinterlegt sind(sowie deren Freigabe für diese Homepage vorliegt).
Zu den anderen Publikationen sind die Quellen benannt.


Hier eine kleine Fotogalerie zu Schäden an Holzdächern von Biogasanlagen.

Wenn Sie dazu Fragen oder auch eigene Erfahrungen oder Schadensbeispiele haben können Sie mir gerne unter kontakt(ätt)ingkrause.de eine E-Mail senden.

Ihre Schadensbeispiele könne Sie auch hier in einen Vordruck eintragen.   

Vielen Dank.

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